Medientage München - Blog

Lokalmedientage: Vernetzung unter neuer Dachmarke

Geschrieben von Dr. Thorsten Schmiege // BLM | 16. Juni 2026

Nicht mehr nur „on air“, sondern auf allen Kanälen präsent: Die Transformation der lokalen Radio- und TV-Landschaft ist so weit fortgeschritten, dass die Vernetzung der Lokalmedien in Nürnberg 2026 erstmals unter einem neuen Namen stattfindet. Aus den Lokalrundfunktagen werden die Lokalmedientage. BLM-Präsident Dr. Thorsten Schmiege erklärt,  warum dieser Name Ausdruck einer notwendigen Neuausrichtung ist und was im Fokus der LMT26 steht.

 

 
Vor Ort und nah dran: Wenn im Gemeinderat ein umstrittener Beschluss fällt, berichten die lokalen Medien darüber. Wenn ein Kindergarten schließt, muss die Kommune sich gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern erklären.

Lokaljournalismus hat damit eine demokratische Kontrollfunktion. Diese Rolle hat sich nicht verändert, wie die Auswertung der BLM-Studie „Lokaljournalismus und Demokratie“ für Bayern zeigt.

 

Sichtbarkeit als Erfolgskriterium für lokale Medien

Lokaljournalismus dient vor allem der verlässlichen Orientierung: Er zeigt, was vor Ort passiert, ordnet ein und hilft, sich eine eigene Meinung zu bilden. Für viele gehört dazu, dass lokale Medien hinschauen, Themen sichtbar machen und Entscheidungen kritisch begleiten.

Doch wo machen sie diese Themen sichtbar? Im Zeitalter der Algorithmen gehört Auffindbarkeit zu den wichtigsten Erfolgskriterien der lokalen Medien. Denn generell gilt: Ohne Sichtbarkeit keine Informationsvielfalt!

Sichtbar werden lokale Inhalte heute auf allen Kanälen. Gerade jüngere Menschen konsumieren Lokaljournalismus über verschiedene Plattformen, beispielsweise auch über Online-Portale und Social-Media-Profile. Mit der Neuausrichtung der Lokalrundfunktage unter dem Namen „Lokalmedientage“ haben wir auf diese Entwicklung und die veränderten Verbreitungswege reagiert.

 

Lokaljournalismus stärken

Vernetzung und Wissenstransfer stehen auf dem Nürnberger Messegelände am 24. und 25. Juni 2026 weiterhin im Fokus. Audio-, Video- und Innovationsbranche tauschen sich aus und kooperieren im besten Fall über Organisations- und Mediengattungs-Grenzen hinweg. Die Lokalmedientage sind der zentrale Hub für Innovation im DACH-Raum. Hier stellen Medienschaffende die Weichen für die Zukunft lokaler Medien.

Zum Austausch eingeladen sind alle, die lokalen Content produzieren und damit zukunftsweisende Trends setzen wollen: Radio- und TV-Schaffende, Zeitungen und Verlage, Publisher von Newslettern und digitalen Plattformen. Die lokale Relevanz auf allen Kanälen zu sichern, ist das gemeinsame Ziel. Denn: Lokaljournalismus hat einen großen Vorteil - die räumliche Nähe zum Publikum. Und einen großen Nachteil: einen begrenzten Verbreitungsraum und damit begrenzte Werbeeinnahmen. Über Werbung allein lässt er sich kaum mehr finanzieren.

Wenn wir über den Tellerrand schauen und Qualitätsmedien dazu motivieren, mehr auf Kooperation zu setzen, könnte der Lokaljournalismus aufgrund der Finanzierungsschwierigkeiten Stück für Stück schwinden und die für die Demokratie so wichtige Informationsvielfalt abnehmen.

Und das, obwohl das Vertrauen der Bevölkerung in den Lokaljournalismus sehr hoch ist. So erreichen beispielsweise regionale und lokale Tageszeitungen laut dem Reuters Institute Digital News Report 2025 einen Vertrauenswert von 63 Prozent – knapp hinter der ARD-Tagesschau (65 Prozent).

 

Mit Innovation Weichen für die Zukunft stellen

Unterstützt durch Politik und Regulierung sollten die lokalen Medien diesen enormen Vertrauensvorschuss nutzen und mit Innovationen Weichen für die Zukunft stellen. Wir verstehen die Lokalmedientage deshalb nicht nur als Konferenz und Branchentreff: Sie sind der strategische Kompass für modernen Lokaljournalismus, die Nutzung des KI-getriebenen technologischen Fortschritts und neue Geschäftsmodelle.

Dabei stehen praktische Anwendungsbeispiele immer im Vordergrund. Das zeigt mir der Blick ins Programm: So wird sich das Innovationsforum 2026 mit neuen Inhalten und Technologien für den lokalen Rundfunk von morgen beschäftigen (Mittwoch, 24. Juni). Außerdem geht es um „Rundfunk im Feed – zwischen Auftrag und Aufmerksamkeit“ (Mittwoch, 24. Juni) und in mehreren Panels um den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Redaktionsarbeit und bei der Moderation.

 

 Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu fachspezifischen Themen im Blog der MEDIENTAGE MÜNCHEN. Die MEDIENTAGE MÜNCHEN sind eine Initiative der Medien.Bayern GmbH – einer Tochtergesellschaft der BLM.
Foto oben:
Dr. Thorsten Schmiege (l.) mit Moderator Elian Preuhs (Quelle: Medien.Bayern GmbH)

 Wert und Bedeutung lokaler Medien, von Radio, TV und Zeitungen vor Ort, stehen im Mittelpunkt der neu formierten LOKALMEDIENTAGE am 24. und 25. Juni 2026 im NCC Mitte der NürnbergMesse. Dabei wird mit diversen Programmpunkten der Bedeutung des Qualitätsjournalismus für die Region Rechnung getragen und die Frage aufgeworfen, wie lokale Medien zukunftsfähig gemacht werden.
Tickets gibt es hier!

Mehr Lesenswertes rund um die MEDIENTAGE München findet Ihr im Blog. Inspirierendes kann auch gehört werden: im MEDIENTAGE-Podcast "This is Media NOW"!