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So gut läuft es fürs Musik-Streaming

Geschrieben von Petra Schwegler | 13. Januar 2020

Beachtliche Zahlen und Details zur Nutzung von Musik-Streams hat zum Jahresstart der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) vorgelegt. "Audio-Streaming hat sich als umsatzstärkstes Format im deutschen Musikmarkt fest etabliert – und konnte 2019 erneut mit beeindruckenden Zahlen aufwarten", heißt es in einer Sonderauswertung des Verbands in Kooperation mit GfK Entertainment. Hier die Details.

 

Lange kannte Deutschlands Musikindustrie nur noch den Abwärtstrend. Nun kehrt der Optimismus zurück – und das, obwohl die Hörer immer weniger Tonträger kaufen. Denn die Deutschen streamen inzwischen ihre Musik im großen Stil. So hat laut der BVMI-Analyse die Zahl der getätigten Musik-Streams im vergangenen Jahr mit 107 Milliarden Abrufen erstmals die 100-Milliarden-Marke geknackt. Zum Vergleich: Im Vorjahr riefen die Deutschen noch 79,5 Milliarden Musik-Streams ab, 2017 rund 56,4 Milliarden.

Der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke (Foto) weist auf die "weiterhin erhebliche Dynamik in diesem Bereich und damit die Akzeptanz bei den Musikfans2 hin. Innerhalb von nur zwei Jahren, seit dem Jahr 2017, haben sich demnach die Musik-Streams annähernd verdoppelt. Drücke: "Das Streaming baut seine Position weiter aus, gleichzeitig bleiben aber auch die anderen Nutzungsformate relevant, das Angebot unserer Mitglieder reicht weiterhin von Vinyl bis zur Cloud."

Laut Mathias Giloth, Geschäftsführer von GfK Entertainment, ist Musik-Streaming 2quer durch alle Genres beliebt". Ihm zufolge haben sich bestimmte Hochphasen etabliert: "So haben, bereits schon traditionell, Heiligabend und Silvester auch 2019 mit 431 Millionen bzw. 407 Millionen Abrufen neue Rekorde als bislang streamingreichste Tage aufgestellt", erklärt der Marktforscher.

Der Zugriff auf Plattformen wie Spotify, Amazon, Apple Music, Tidal oder Deezer hat sich sogar innerhalb des vergangenen Jahres dynamisch entwickelt:  Anfang 2019 hatte laut Mathias Giloth die tägliche Abrufzahl teilweise noch bei unter 250 Millionen gelegen. "Dies zeigt, welche enormen Sprünge in dem Format, das bereits seit 2014 Teil der Offiziellen Deutschen Charts ist, immer noch möglich sind", betont der Manager.

Das waren die Top-Streaming-Songs 2019
  • In der Kategorie "Meistgestreamter Song eines Tages" liegt 2019 "All I Want For Christmas Is You" von Mariah Carey vorne. Der Ohrwurm kam laut BVMI-Studie am 24. Dezember auf 3,2 Millionen Abrufe.
  • "Last Christmas" knackte am zurückliegenden Heiligabend ebenfalls beinahe die 3-Millionen-Marke und steht im Ranking der meistgestreamten Lieder binnen 24 Stunden nun auf Rang vier.
  • Zwischen den beiden Weihnachtsklassikern rangieren zwei Raptracks: "Ronin" von Bushido & Animus sowie "Tilidin" von Capital Bra & Samra.

Streaming lässt die CD-Verkäufe damit immer weiter hinter sich; Spotify, Apple Music, Deezer und Co. hatten übrigens im ersten Halbjahr 2018 erstmals mehr Umsatz gebracht als die betagte CD.

Noch stehen die endgültigen Jahreszahlen der Musikindustrie aus. Doch bereits nach den Halbjahreszahlen stand im Sommer 2019 fest: Das Jahr 2019 verzeichnete dank Streaming die höchste Wachstumsrate seit 1993.

Grundlage der GfK-Auswertung für den BVMI sind werbebasierte und kostenpflichtige Musik-Streams ab einer Länge von 31 Sekunden.

Im Bewegtbildbereich liegen ebenfalls erste Zahlen für 2019 vor, die Goldmedia aufgelistet hat. Demnach war die Sitcom "The Big Bang Theory" auch online die erfolgreichste Serie des Jahres. Und die finale Staffel von "Game of Thrones" gehört zu den meistgestreamten Serien der vergangenen Monate.

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