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Aufmerksamkeit und Verantwortung: So behauptet sich Journalismus

23. Oktober 2026

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KI schreibt in Sekunden, Plattformen sortieren, Creators erreichen Millionen. Informationen gibt es jederzeit und überall. Wer braucht da noch Journalismus? Beim Journalism Summit der MEDIENTAGE München suchen Medienmacherinnen, Manager und Creator unter dem Motto „Own your responsibility“ nach Antworten. Moderiert hat Marieke Reimann.

 

Den Impuls setzt Dirk von Gehlen vom SZ Institut (Foto oben: Medien.Bayern GmbH/MEDIENTAGE München). Seine These zum Thema des Journalism Summit der #MTM40, "Own your responsibility: Wie Journalismus sich und seine Relevanz behaupten kann": Die Aufmerksamkeit ist begrenzt und die Gesellschaft leidet an Aufmerksamkeitsarmut. Wer Aufmerksamkeit schenkt, schafft Öffentlichkeit, und die müsse man in der digitalen Welt neu lernen.

Von Gehlen warnt davor, die Infrastruktur digitaler Öffentlichkeit einigen kommerziellen Anbietern zu überlassen. Sein Appell: Aufmerksamkeit sei das beste Werkzeug gegen Faschismus und Populismus.

 

Wer übernimmt Verantwortung für Inhalte?

Maria Exner von Publix sieht journalistische Inhalte in den Händen populistischer Plattformbetreiber, etwa Elon Musk. KI verschärft das Problem: Crawler liefern Antworten ohne Quellenangabe und machten vor allem den teuer produzierten Lokalmedien Konkurrenz. Exner fordert unabhängige Redaktionen, die sich nicht an den Geschäftsmodellen der Anbieter orientieren, vielfältige Teams, mehr Tech-Berichterstattung und Weiterbildung.

Sven Pietsch, Chefredakteur von ProSiebenSat.1, verweist auf einen hauseigenen Kodex: Seine Nachrichtentruppe arbeitet mit zwei Studios in Berlin und München nach klaren Regeln.

 

Marke oder Person: Wem vertrauen Menschen künftig?

Dr. Melanie Amann von der FUNKE Mediengruppe glaubt an Köpfe, die zum Haus passen und Personenmarken werden wollen. Doch sie warnt davor, jeden jungen Journalisten dazu zu drängen.

Nina Poppel zeigt die Creator-Seite: Mit Nini erklärt Politik erreicht sie über 500.000 Follower auf Instagram, produziert allein und verdient dennoch kein Geld mit Social Media, weil sie keine Werbung schaltet. Ihr Einkommen stützt sie unter anderem auf Workshops. Poppel ergänzt, der Algorithmus auf Plattformen wie TikTok sei nicht neutral, denn dahinter stünden Entscheidungen der Betreiber. Die Pushs, die ihr TikTok anfangs bei ihrem Start im Jahr 2020 gönnte, nennt sie „Politwashing“.

MTM40_JournoMedien.Bayern GmbH/MEDIENTAGE München

 

Wo liegt die journalistische Leistung künftig?

Amann will Qualität lokal ausspielen: FUNKE punktete zuletzt mit der Berichterstattung über Anschläge auf Strominfrastruktur. Ihr Appell: „Wir müssen rausgehen zu den Leser:innen und Hörer:innen.“

Pietsch nutzt die „Gnade der späten Geburt“: Sein Team samt Technik entstand erst vor zwei Jahren und liefert effizienten Journalismus auf allen nötigen Wegen. Amann zweifelt an dieser multimodalen Arbeitsform, Pietsch hält dagegen: „Die machen das gern!“

Der gemeinsame Nenner: Verifizieren, einordnen und für Veröffentlichtes geradestehen. Genau dort könnte künftig die Relevanz des Journalismus liegen.


Die Zusammenfassungen wichtiger Panel-Diskussionen sowie Bildmaterial der 40. MEDIENTAGE München stehen in der Mediathek der MEDIENTAGE-Homepage und auch im MTM-Blog bereit.

Zudem können MTM-Themen auch gehört werden: im Podcast "This is Media NOW".

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