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OAM 2026: Wer gefunden wird, wird gehört

18. September 2026

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Online-Audio ist längst im Alltag der Menschen angekommen, wie der Online-Audio-Monitor 2026 zeigt. Die Nutzung konsolidiert sich auf hohem Niveau. Doch der Wettbewerb um die Sichtbarkeit und den Zugang verschärft sich. Damit Vielfalt ankommt, wird die Auffindbarkeit für Radioangebote immer wichtiger.

 

Musikstreaming, Webradio, Podcasts und Hörbücher - Online-Audio begleitet viele Menschen selbstverständlich durch den Tag: beim Arbeiten, unterwegs, bei der Hausarbeit, beim Sport oder im Auto. Drei Viertel der Bevölkerung ab 14 Jahren hören laut OAM 2026 zumindest gelegentlich Online-Audio, zwei Drittel mindestens einmal pro Monat. Die Nutzung konsolidiert sich damit auf hohem Niveau.

Doch die Auswahl an Online-Audio-Angeboten ist groß. Deshalb müssen Inhalte leicht auffindbar und zugänglich sein. Die Sichtbarkeit gehört zu den zentralen Erfolgskriterien. Welches Angebot erscheint im Display? Was wird in der Suche vorgeschlagen? Was lässt sich mit wenigen Klicks oder per Sprachbefehl starten?

Für Nutzer:innen sind das oft nur kleine Bedienmomente. Für Anbieter können sie entscheidend sein, ob ein Angebot tatsächlich gehört wird.

 

Radio behauptet starke Position im Auto

Besonders deutlich wird diese Entwicklung im Auto, das einer der wichtigsten Orte für die Audio- bzw. Radionutzung bleibt. 30 Millionen Menschen hören Online-Audio im Auto. Radio über UKW/DAB steht dort weiterhin vorn. Musikstreaming und Webradio haben im Vergleich zum Vorjahr zugelegt (vgl. Grafik).

Gleichzeitig gewinnen digitale Angebote und Zugangswege an Bedeutung – und damit auch die Frage, wie gut die einzelnen Angebote über welche Zugänge auffindbar sind.

OAM_ BLM_Grafik 1a

 

Am häufigsten wird Radio direkt über die Radiofunktion des Fahrzeugs beziehungsweise über das Infotainmentsystem genutzt. S

obald externe Systeme wie Android Auto oder Apple CarPlay ins Spiel kommen, verschiebt sich das Bild: Bei Android Auto bleibt Radio zwar am leichtesten auffindbar, Musikstreaming rückt aber deutlich näher heran. Bei Apple CarPlay liegt Musikstreaming sogar vor Radio.

OAM_BLM_Grafik 2a


Was diese Ergebnisse für die Branche bedeuten, diskutierten bei der Online-Präsentation des OAM am 16. September Expert:innen aus Radiosendern, Plattformen, Vermarktung und Regulierung.

So verdeutlichte Katja Ostrowsky (radio.de), warum Auffindbarkeit gerade im Auto besonders wichtig ist: „Wenn ich Fahrer bin, möchte ich nicht noch groß rumsuchen oder klicken – und sollte es auch nicht. Die Entscheidung, welchen Radiosender oder welchen Audiocontent ich höre, findet eigentlich schon außerhalb des Autos statt, weil ich im Auto dafür kaum noch Kapazitäten habe.“

Auffindbarkeit von Audio im Auto berührt also auch Fragen der Sicherheit, der Bedienbarkeit und der Gewohnheit. Lange Suchwege, unklare Menüs oder schlecht funktionierende Sprachsteuerung passen nicht zu dieser Nutzungssituation. Ein Radiosender kann also technisch verfügbar sein. Wird er jedoch nicht schnell bzw. erst über eine gezielte Suche gefunden, wird er möglicherweise auch nicht gehört.

 

Audio-Vielfalt darf nicht nur formal vorhanden sein

Die Auffindbarkeit entscheidet mit darüber, ob Vielfalt praktisch wirksam wird. Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, verwies deshalb auf die Rolle der Plattformen: „Es kann zum harten Regulierungsthema werden, wenn die Anforderungen von Plattformen so sind, dass sie strukturell bestimmte Anbieter schlechter stellen.“ Im Auto sei diese Frage besonders wichtig: Lokale und regionale Angebote leisteten einen wichtigen Beitrag zu Information und Orientierung. Wenn sie in digitalen Benutzeroberflächen schwer zu finden wären, sei Vielfalt zwar formal vorhanden – im Alltag der Menschen aber weniger präsent.

Für Anbieter bedeutet das: Gute Inhalte bleiben zwar wichtig, reichen aber allein nicht aus. Wer leicht auffindbar sein will, muss technisch entsprechend aufgestellt sein – mit stabilen Streams, sauberen Metadaten und aktuellen Programminformationen. Im Auto kann also schon die Darstellung auf der Benutzeroberfläche entscheidend sein. Deshalb sieht der BLM-Präsident hier Plattformen und Aggregatoren in der Pflicht, den Inhalte-Anbietern eine bessere Rückkoppelung zu ermöglichen.

Auffindbarkeit ist also eine zentrale Zukunftsfrage. Und vor allem eine gemeinsame Aufgabe für Anbieter, Plattformen, Technologiepartner, Hersteller und Regulierung.

Alle Ergebnisse des OAM 2026 sowie die Aufzeichnung der Online-Präsentation sind unter www.online-audio-monitor.de zu finden. Der Moderator des Formats, Lukas Schöne, hat im Rahmen seines MEDIENTAGE-Podcasts "This is Media NOW" die wichtigsten Aussagen zum Nachhören zusammengefasst.

OAM_BLM_GruppenbildIm BLM-Studio in Sachen OAM26 (v.l.n.r): Robin Schulze (Spotify), Katja Ostrowsky (radio.de), Dr. Thorsten Schmiege (BLM), Daniela Kursawe (RMS), Benjamin Hartwich (Life Radio), Dr. Mathias Wierth (mindline media), Julia Jeske (LFK) und
Lukas Schöne (MedienNetzwerk Bayern; Foto: BLM)

 

Der Online-Audio-Monitor (OAM) untersucht jährlich die Nutzung von Online-Audio-Angeboten, ‑Diensten und ‑Plattformen in Deutschland.
Auftraggeber sind neben der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die Medienanstalt für Baden-Württemberg (LFK), die Landesanstalt
für Medien NRW sowie der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), der Verband Privater Medien (VAUNET) und die Radio Marketing Service (RMS). Durchgeführt wird die Studie von mindline media.


Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu fachspezifischen Themen im Blog der MEDIENTAGE MÜNCHEN. Die MEDIENTAGE MÜNCHEN sind eine Initiative der Medien.Bayern GmbH – einer Tochtergesellschaft der BLM.


Die MEDIENTAGE München 2026 finden vom 21. bis 23. Oktober unter dem Motto Own it! bei der Serviceplan Group im House of Communication in München statt. Dabei blicken wir im Rahmen zahlreicher Sessions auf Trends, Herausforderungen und Aufgaben für die Medienbranche. Spannende Themen erwarten die Besuchenden des Audio-Tracks.
Tickets für die #MTM40 sind ab sofort online erhältlich!

Interessiert an Themen rund um die Medienbranche? Dann ist hier im Blog der MEDIENTAGE München noch mehr Lesenswertes zu finden. Zudem können Medienthemen auch gehört werden: im Podcast "This is Media NOW".

 

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