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So umfassend nutzen wir Social Media

Geschrieben von Petra Schwegler | 29. Februar 2024

Social Media regiert die Welt. Oder genauer gesagt: Fast zwei Drittel der Menschheit sind in sozialen Netzwerken wie TikTok, YouTube, Instagram, WhatsApp und Co. aktiv. Die aktuelle Analyse von We Are Social und Meltwater belegt: Die weltweite Internetnutzung steigt weiter an, inzwischen sind mehr als fünf Milliarden Menschen unterwegs in sozialen Netzwerken. In Deutschland sind die Zahlen dagegen leicht rückläufig …

 

Die Social-Media-Kreativagentur We Are Social geht im neuesten Jahresbericht „Digital 2024“ über soziale Medien und globale digitale Trends in Zusammenarbeit mit Meltwater von einem „Jahr mit vielen digitalen Meilensteinen“ aus.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
  • 62,3 Prozent der Gesamtbevölkerung oder 5,04 Milliarden Menschen nutzen derzeit soziale Medien. „Die globale Gesamtzahl stieg im vergangenen Jahr um 266 Millionen – ein jährliches Wachstum von 5,6 Prozent“, heißt es in dem Report.
  • Im Schnitt sind „typische“ Social-Media-Nutzer:innen weltweit 2 Stunden und 23 Minuten täglich in den Netzwerken unterwegs – auf 6,7 Plattformen auf den Monat gesehen.
  • Der typische Internetnutzende verbringt indes heute 17 Minuten pro Tag weniger mit dem Anschauen von TV-Inhalten als noch im letzten Jahr – ein Rückgang von 8,2 Prozent im Jahresvergleich.


  • Auf dem deutschen Markt sinkt die Nutzung von Social Media indes leicht: Laut Report  nutzen 81,4 Prozent der Menschen in Deutschland regelmäßig soziale Medien – etwa 4,4 Prozent weniger Nutzer:innen als im Vorjahr. Von 70,9 Millionen Usern geht die Zahl auf 67,8 Millionen zurück.
  • Eine Stunde und 39 Minuten verbringen deutsche Internetnutzer:innen demnach derzeit im Schnitt in sozialen Netzwerken, zwei Minuten weniger als noch im Vorjahr.
  • „TikTok hat derzeit die höchste Verweildauer aller sozialen Netzwerke“, heißt es weiter. Insgesamt werden 37,38 Stunden pro Monat mit dem Swipen auf der Clip-Plattform verbracht. Das Urteil von We Are Social und Meltwater: TikTok holt auch in Sachen Reichweite ordentlich auf (plus 14,1 Prozent) und „bleibt von allen die beliebteste Social-App, zumindest hinsichtlich der Nutzungsdauer“.
  • Ein Blick aufs globale Publikum: TikTok hat von allen sozialen Plattformen weltweit die höchste durchschnittliche Verweildauer pro Android-Nutzer, weiß der Report „Digital 2024“. Wörtlich heißt es: „Sie beträgt beeindruckende 34 Stunden pro Monat – das entspricht mehr als einer Stunde pro Tag auf der Plattform.“ An zweiter Stelle steht Googles YouTube, wo durchschnittliche User etwas mehr als 28 Stunden pro Monat auf der Android-App verbringen.



  • Zwar seien Meta-Plattformen wie WhatsApp (84,7 Prozent), Instagram (61,9 Prozent) und Facebook (60,2 Prozent) immer noch die am meisten genutzten sozialen Netzwerke in Deutschland, aber in Sachen Verweildauer „keine Konkurrenz für den Riesen aus China“, also TikTok. Auf Facebook verbringen demnach deutsche User 11 Stunden und 24 Minuten, auf Instagram durchschnittlich 10,45 Stunden. Auf WhatsApp verweilen die Menschen monatlich rund 9 Stunden und 7 Minuten.
  • Hinzu kommt, dass für die Netzwerke in Deutschland werberelevante Reichweite flöten geht. Facebook verliert laut der Studie um 2,4 Prozent (23,9 Millionen User), der Facebook Messenger um 6,4 Prozent (13,25 Millionen). Für Ausgleich sorgt im Meta-Reich Instagram – mit 10,6 Prozent plus auf eine Reichweite von 30,35 Millionen Nutzer:innen.
  • Anders die globale Auswertung: Facebook – das am 4. Februar seinen 20. Geburtstag feierte – konnte seine weltweite Werbereichweite in den letzten 12 Monaten um mehr als 200 Millionen steigern, was einem Wachstum von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
  • Die globalen Ausgaben für digitale Werbung wuchsen laut dem Report im Jahresvergleich um zehn Prozent, so dass im Jahr 2023 fast 720 Milliarden US-Dollar für digitale Werbung ausgegeben wurden. Die Ausgaben für soziale Werbung stiegen demnach um 9,3 Prozent auf 207 Milliarden US-Dollar, und die Investitionen in Influencer-Aktivitäten nahmen um 17 Prozent zu.
  • Auch das weiß der We-Are-Social-Report: „Der typische Internetnutzer verbringt heute 17 Minuten pro Tag weniger mit dem Anschauen von TV-Inhalten als noch im letzten Jahr – ein Rückgang von 8,2 Prozent im Jahresvergleich.“
  • Das Kurzvideo-Portal des chinesischen Technologieunternehmens ByteDance gehört im deutschen Markt ebenfalls zu den Gewinnern (23,56 Millionen/plus 14,1 Prozent). LinkedIn (18 Millionen/plus 20 Prozent), Pinterest (18,89 Millionen/plus 19 Prozent) und Elon Musks X (16,16 Millionen/plus 14,6 Prozent) könnten bei der "Ad Reach" ebenfalls zulegen, heißt es mit Blick auf vermarktbare Daten.
  • Auch bunte Fakten sind dem Werk zu entnehmen: „In der ultimativen Schlacht um das Internet – Hunde gegen Katzen – haben Hunde die Nase vorn“, heißt es. Sowohl auf Instagram (376 Millionen Beiträge gegenüber 290 Millionen) als auch auf TikTok (575 Milliarden Aufrufe gegenüber 502 Milliarden) übertrumpfen demnach Inhalte mit Hundetags die Katzen. Den vollständigen Report finden sie hier:

Die komplette Studie "Digital 2024" von We Are Social und Meltwater ist auf Englisch hier zu finden.


Die Kehrseite des Booms

Der starke Anstieg bei TikTok bereitet unterdessen an anderer Stelle Sorgen: Mehr als 60 Prozent der 10- bis 16-Jährigen begegnen dort Inhalten, "die bei ihnen Unwohlsein verursachen", belegt eine Befragung mit 755 Teilnehmenden der LMU München im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW.

Untersucht wurden auch rund 2500 TikTok-Videos, um sogenannte Challenges zu durchleuchten. Also jene Clips, die zur Nachahmung aufrufen. Wie etwa das Verspeisen von extrem scharfen oder salzigen Chips. Der Analyse zufolge sind knapp ein Drittel dieser untersuchten Challenge-Videos "potenziell schädlich", ein Prozent "potenziell tödlich". Die LfM warnt nun vor schädlichen TikTok-Challenges.

 

Hosentaschenfernsehen vs Big Screen: Wie gucken und streamen wir künftig? Welche Trends setzen sich durch? Welche Werbe- und Business-Modelle sichern zukunftsfähige Content-Strategien fürs (vernetzte)TV, für den Stream, Video on Demand oder auch für Social Video? Welche Player haben mit ihren Technologien und Anwendungen das Sagen? Und wer sind die Gatekeeper von morgen?
Antworten auf diese Fragen gibt das #MTM SPECIAL FUTURE VIDEO 2024. Die Konferenz findet am 24. April 2024 im House of Communication in München statt und widmet sich der Zukunft von Video: ein Tag mit Insights von namhaften Branchenexpert:innen und wegweisenden Konzepten von Unternehmen aus der Bewegtbildwelt. Die Trends in Social Media und Werbung kommen nicht zu kurz.


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