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Die Früchte der Sheconomy

5. Mai 2022

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Paritätische Führungsverhältnisse in den Medien mögen oft noch Fehlanzeige sein. Doch beim Wandel hin zu mehr Präsenz von Frauen sind Veränderungen auf verschiedenen Ebenen zu beobachten. Es wird inzwischen mehr darauf geachtet, eine Gender-gerechte Perspektive auf Inhalte zu schaffen. Publisher entwickeln Medienmarken für Konsumentinnen. Die weibliche Sicht auf Unternehmertum und Karriere wird gefördert – auch ohne Frauenquote. Zwischenbilanz zu einer Veränderung, die erste Früchte trägt.

Christine Lagarde ist seit Ende 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Erstmals ist damit eine Frau oberste Währungshüterin der EU in einer von Männern dominierten Finanzwelt. Seither hat sich in Sachen Sheconomy einiges getan, die Frau in ihrer Rolle als Chefin wird selbstverständlich.

Katharina Wolff etwa gibt den Frauen-Finanztitel STRIVE Magazine heraus. Die Unternehmerin hat die Marke während der Corona-Pandemie „aus einem eigenen Need heraus gegründet“; sie habe sich selbst in bestehenden Wirtschaftsmagazinen nicht repräsentiert gefühlt, heißt es zur Erklärung auf der Plattform.

Wolff hat Potenzial für einen solchen Fachtitel ausgemacht: „Dass es nicht genug Frauen in Führungs- und Chef:innenetagen gäbe, über die es etwas zu berichten gibt, können wir nicht mehr hören. Schließlich gibt es 1,3 Millionen Frauen in Führungspositionen in Deutschland – und diese Zahl wächst jeden Tag“, erklärt die Macherin hinter STRIVE. Im turi2 Podcast hat Wolff über ihren Ansatz gesprochen, der Duftmarken setzt.

Daneben hat der von Frauenhand geführte Hamburger Emotion Verlag um Katarzyna Mol-Wolf im vergangenen Sommer den Finanzableger Finanzielle auf den Markt gebracht. Von Frauen für Frauen gemacht, ein Portfolio an Wirtschaftsthemen aus weiblicher Sicht.

 

Mehr Finanztitel für Leserinnen

Auch die „klassische“ Wirtschaftspresse hat das Potenzial der Zielgruppe Chefinnen entdeckt. Focus Money etwa launcht jetzt den Female Finance Award. Der Preis für die weibliche Finanz-Elite will das Haus Burda erstmals am 29. Juni in Kooperation mit dessen Digitalevent DLD Connect am 29. Juni am Finanzstandort Frankfurt verleihen.Logo_FemaleFinanceAward_Red

Ab sofort küre Focus Money damit jährlich drei herausragende Frauen der Finanzszene in den Kategorien „Female Pioneer“, „Next Generation“ und „Sustainability“, heißt es in der Ankündigung des Verlags, der zahlreiche, auf Frauen ausgerichtete Magazine herausgibt. Für den neuen Award stelle Focus „eine hochkarätige, diverse Jury“ zusammen. 

„Das Gesicht der Finanzwelt ist nach außen leider immer noch vorrangig von Männern geprägt. Dabei gibt es etliche erfolgreiche, junge wie ältere Frauen, die in diesem Sektor viel bewegen. Mit Focus Money widmen wir uns diesen Frauen, indem wir ihre Ideen, ihr Know-how und ihre Leistungen in den Vordergrund rücken. Und das ab sofort nicht nur im Heft, sondern auch mit einem eigenen Award“, so Focus Money-Chefredakteur Georg Meck. Der Award solle „Mitarbeiterinnen von Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, Fintechs, aber auch Finanzpolitikerinnen und Finanzvorstände" ansprechen.

Gerade eben hat sich die „graue Eminenz“ unter den Finanztiteln, das Handelsblatt, aufgemacht, Frauen in Führungspositionen zu porträtierenWas im deutschen Leser:innenmarkt noch als Novum verkauft wird, ist für die Schweizer Presse mit dem Absender Ringier längst Selbstverständlichkeit: Die EqualVoice-Initiative soll seit gut zwei Jahren die Sichtbarkeit von Frauen in Medien wie Blick, Handelszeitung oder auch Bilanz erhöhen. Ein inhouse entwickelter, semantischer Algorithmus hilft den Eidgenossen dabei, Frauen wie Männern in der Berichterstattung die gleiche Stimme zu geben.

Zum Jahresstart zog das Medienunternehmen eine positive Bilanz. Aktuell übernimmt der deutsche Medienkonzern Axel Springer für erste Online-Marken aus seinem Haus den Ringier-Ansatz.

 

Kluge Konzepte für weibliche Zielgruppen

Daneben gibt es vor allem im digitalisierten Medienmarkt zunehmend mehr von Frauen verantwortete Angebote, die gezielt eine weibliche Sicht und Einordnung transportieren oder fördern. Online-Magazine, Plattformen, Podcasts – oder alles aus einer Hand.

Und Neustarts kommen mit spürbar weiblicher Note daher: Die neue Burda-Print- und Digitalmarke 2050 zum Thema Nachhaltigkeit für die Generation Z verantwortet Brand Director Elfi Langefeld. Die Redaktion besteht aus den beiden Entwicklungschefredakteur:innen Bianka Morgen und Dominik Schütte (Esquire) sowie einem agilen journalistischen Beirat aus sieben Mitgliedern; darunter Phoebe Nicette, Nachhaltigkeitswissenschaftlerin und Content Creatorin aus Berlin und Anastasia Umrik, Autorin und Coach aus Hamburg.

Elfi_Langefeld_2021Elfi Langefeld (Foto: Hubert Burda Media)

2050 wird kostenlos gezielt an Universitäten, Schulen und weiteren Ausbildungsstätten verteilt. Burda wolle mit der neuen Marke zu „einer besseren gesellschaftlichen Haltung“ beitragen, heißt es.  Ein wichtiger Aspekt dabei: der diverse Ansatz.


Interessiert an Themen rund um die Medienbranche? Dann ist hier im Blog der Medientage München noch mehr Lesenswertes zu finden. Zudem können Medienthemen passenderweise auch gehört werden: im Podcast der Medientage München.

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Darüber hinaus stehen Zusammenfassungen vieler Sessions der 35. MEDIENTAGE MÜNCHEN sowie Bildmaterial in der Mediathek der Medientage-Homepage bereit.

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