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"Es gilt die Devise: Gemeinsam sind wir stark!"

15. Mai 2023

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Zahlreiche Themen sind aktuell für die Zukunft des lokalen Rundfunks entscheidend. Es geht um Ausspielwege für die Inhalte, um passende Plattform-Strategien, um kluge Integrationen von Künstlicher Intelligenz und vor allem auch um neue Erlösquellen.  Fragen, die im Rahmen des Audio Summits der LOKALRUNDFUNKTAGE 2023 von führenden Expert:innen der Audio-Branche aus dem deutschsprachigen Raum diskutiert werden sollen.
Zu ihnen wird Dr. Nina Gerhardt zählen, CEO von RTL Radio Deutschland. Im Interview mit dem Blog der MEDIENTAGE MÜNCHEN macht sie sich unter anderem für mehr Zusammenarbeit innerhalb der Radiobranche stark, um gemeinsam Potenziale auszuschöpfen.

 

Wo wird sich Radio generell und speziell lokaler Hörfunk in einer denkbaren Zukunft mit Plattformen ansiedeln können?

In zukünftigen Verbreitungsszenarien ist eine passende Plattformstrategie für Hörfunkveranstalter unabdingbar. Obwohl wir von einer weiterhin sehr starken Akzeptanz der Terrestrik – sowohl UKW als auch DAB+ – ausgehen, wird die Online Audio-Nutzung kontinuierlich steigen. Gerade Drittplattformen mit großer Nutzung bringen dabei die Herausforderung, dort in angemessener Weise dargestellt zu werden.

Zugang zur Plattform, Auffindbarkeit und korrekte Listung sind essenziell. Gerade bei sprachgesteuerten Plattformen wie Smart Speakern sind potenzielle Darstellungsbarrieren zu umgehen. Grundsätzlich nimmt die Zahl relevanter Audio-Plattformen stetig zu, was es für Veranstalter zunehmend komplexer macht, die Verbreitung in angemessener Form sicherzustellen.

Durch den anhaltenden Anstieg der Verbreitung über das Internet wird Online Audio in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

 

Sind die Anbieter gerüstet für eine Zusammenarbeit in Plattform-Modellen?

Es gibt bereits erfolgreiche Zusammenschlüsse, wie den Radioplayer, der es Radioveranstaltern ermöglicht, auf einer brancheneigenen Plattform, gebündelt aufzutreten. Bei kleineren Zusammenschlüssen, wie lokalen Plattform-Modellen, wird es entscheidend sein, Nutzungsrelevanz zu erzeugen. 

Jedoch zeigt das Beispiel Radioplayer, dass Zusammenschlüsse der richtige Weg sind, da so die Programmauswahl und damit Nutzungsrelevanz erhöht wird. Auch kann die Audiobranche damit Kooperationen mit größeren Plattformen eingehen, da deren Anbieter ein Interesse daran haben, Programme gebündelt in ihr Angebot zu integrieren.

Hier gilt wieder einmal die Devise: Gemeinsam sind wir stark!

Welche Ausspielwege werden dabei eine größere, welche eine kleinere Rolle spielen?

Wie gesagt wird Online Audio weiter an Relevanz gewinnen. Sprachbasierte Plattformen, die auch zunehmend in Pkws integriert sind, werden immer wichtiger. Gleichwohl gehen wir von einer weiterhin starken Akzeptanz der Terrestrik aus.

Dabei wird sich die hohe Akzeptanz von UKW auch mittelfristig nicht wesentlich abschwächen. Wir brauchen daher den Dreiklang aus UKW, DAB+ und Online.

 

Wann sind aus Ihrer Sicht Radiobranche und Werbewirtschaft bereit für den breit angelegten Umstieg ins Digitale?

Hierfür lässt sich noch kein Datum benennen. Wir müssen zwischen klassischer Spot-Vermarktung über UKW und DAB+ und digitalen Erlösen über Online Audio unterscheiden. Da wir von einer weiterhin breiten Akzeptanz von UKW und DAB+ ausgehen, ist unser klassisches Spot-Vermarktungsgeschäft auch in Zukunft von großer Relevanz. Hier entsteht auch mittelfristig der Großteil unserer Erlöse.

Die Online-Audio-Umsätze der Branche wachsen kontinuierlich, aber bislang ist noch nicht erkennbar, dass sie die Umsätze aus der Terrestrik demnächst überholen. Allerdings passiert hier gerade sehr viel, was Vermarktungspotenzial, Inventarmenge und Strategien betrifft. Wir sind auf einem guten Weg und die Relevanz digitaler Umsätze steigt kontinuierlich.

 

Viel wird über neue Erlösmodelle im Digitalen diskutiert. Was ist realistisch - gerade für lokale Anbieter?

Durch die zunehmend digitale Nutzung von Radioangeboten wird ein immer größer werdender Teil der Erlöse auf natürliche Art und Weise über digitale Wege kommen. Gerade lokale Audioangebote sind auf digitalen Plattformen gefragt, weil sie von hoher Relevanz für die NutzerInnen sind.

Zielgerichtete Werbevermarktung wird weiterhin das treibende Erlösmodell sein. Die lokale Ausrichtung hilft auch hier, die entsprechenden Werbepreise hochzuhalten.

 

Ist die Gattung Radio für ihre Zukunft als „Audio“ breit genug aufgestellt?

Audio ist ein stark wachsender Teil vieler digitaler Plattformangebote. Daher ist derzeit Radio auch digital ein cooles, begehrtes Produkt. Es wird vor allem parallel zu anderen Tätigkeiten genutzt und ist daher sehr komplementär einsetzbar.

Begleitende Bilder oder Videos sind dabei nicht unbedingt wichtig.

 

Könnte der Einsatz von KI dabei helfen?

Künstliche Intelligenz wird auch im Audiobereich immer wichtiger und ist eine zunehmende Unterstützung bei Routinetätigkeiten wie Audioschnitt oder inhaltlichen Recherchen.

Der Kern des Radioprogramms bleiben aber Moderator:innen, die neben der Musik mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Lebenserfahrung und Emotionen Hörer:innen durch den Alltag begleiten. Dies kann und wird keine KI ersetzen.

 

Blicken wir fünf Jahre nach vorne: Was wünscht sich eine Radiomanagerin für die Zukunft ihres Mediums?

Ich wünsche mir weiterhin die große Relevanz von Radio und Audio im Leben der Menschen und weiß gleichzeitig, dass wir Radiomacher:innen dies zu weiten Teilen selbst in der Hand haben. Aber es braucht auch die passenden Rahmenbedingungen von Politik und Regulierung, die unsere Verbreitung bestmöglich sicherstellen, unsere Finanzierungsgrundlage über Werbung stützen und uns den nötigen Spielraum lassen, uns zukunftsgerecht zu entwickeln.

Es wird keinen Stillstand geben – das müssen wir uns jeden Tag vor Augen führen und danach handeln!

 

Zur Person: 

Nach einer Ausbildung zur Verlagskauffrau im Verlag der Frankfurter Rundschau studierte Dr. Nina Gerhardt Rechtswissenschaften in Heidelberg und Montpellier. Von 2007 bis 2013 war sie beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV) als Referentin Medienpolitik tätig. 2016 promovierte sie an der Universität Rostock im Rundfunkrecht.
Seit 2013 ist Gerhardt bei RTL Radio Deutschland, zunächst als Leiterin Medienpolitik & Kommunikation und seit 10/2020 als Geschäftsführerin. Seit 01/2023 führt sie die deutsche RTL-Radiogruppe als CEO.
Dr. Nina Gerhardt ist seit 2013 stellvertretende Vorsitzende im Fachbereich Radio und Audiodienste und Mitglied des Gesamtvorstands von VAUNET. Seit 2020 ist sie Beiratsmitglied beim Deutschen Radiopreis und seit 2023 Beiratsmitglied der Radiozentrale.

 


Audio steht auch im Mittelpunkt der LOKALRUNDFUNKTAGE. Sie finden in diesem Jahr am 4. und 5. Juli statt!
Der deutschlandweit größte Branchentreff für den lokalen und regionalen Rundfunk vereint im modernisierten NCC Mitte der NürnbergMesse Konferenz und Ausstellung. Die eineinhalbtägige Veranstaltung stellt ein Forum für Meinungsaustausch, Zukunftsvisionen und Lösungsansätze dar. Das Programm der #LRFT23 umfasst Workshops, Diskussionsrunden und Vorträge von nationalen und internationalen Referent:innen. Die Workshops informieren über Neuigkeiten der lokalen Radio- und TV-Branche, stellen Innovationen für Programm- und Marketingstrategien vor und ermöglichen Diskussionen über drängende Fragen des Rundfunkmarktes.

Mehr Informationen sowie der Zugang zum Ticketshop sind hier zu finden!

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Interessiert an Themen rund um die Medienbranche? Dann ist hier im Blog der Medientage München noch mehr Lesenswertes zu finden.
Zudem können Medienthemen auch gehört werden: 
im Podcast der Medientage München.

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