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So setzt die neue Medienwelt die Politik unter Druck

8. Oktober 2019

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Die 33. Medientage München unter dem Motto "NEXT DIGITAL LEVEL – Let’s build the Media we want!" lassen die Kehrseiten der Digitalisierung nicht außen vor. Es geht bei der dreitägigen Konferenz im ICM der Messe München auch um die Frage: Wie schaffen es Medien, das Vertrauen, das sie als Multiplikatoren verdienen, wieder zu stärken? Dazu zählt der Umgang mit "Fake News" und Desinformation.
Einer, der "Die neue Macht der Desinformation" analysiert, einordnet und bewertet, ist Professor Bernhard Pörksen. Dem Geschäftsführenden Direktor des Instituts für Medienwissenschaft der Universität Tübingen gehört am 25. Oktober 2019 die Main Stage.

Es sind der kommunikative Klimawandel, die veränderten Prozesse der Meinungsbildung und das globale Geschäft mit der Desinformation, die den Medienwissenschaftler bewegen. Aktuell hat er die vierteilige NDR-Kultur-Reihe "Die Zukunft von Social Media" mit dem Beitrag "Das Zeitalter der Ablenkung" eröffnet.

Was will Bernhard Pörksen damit zum Ausdruck bringen?

Im Kern geht es ihm darum, dass vor allem politische Kommunikation im Social-Media-Zeitalter einen wachsenden Kontrollverlust erleidet.
Pörksens These fußt auf diesen Fakten: Das Smartphone stuft er als Universal-Sender ein, als "indiskretes Medium", das die Welt des Öffentlichen und die Welt des Privaten miteinander verschmilzt. Journalisten geben in diesem neuen "Wirkungsnetz" ihre Monopolstellung als Gatekeeper an neue Mitspieler aus den sozialen Netzwerken ab. Und Politiker versuchen aus ihrer "informationellen Selbstbestimmung" heraus mit ihrer digitalen Zweitpersönlichkeit so manch einen Fauxpas wieder auszugleichen.

Wer fortwährend postet, twittert und kommentiert, der macht unvermeidlich jede Menge Fehler.                                    Bernhard Pörksen

Bei dieser Entwicklung macht Professor Pörksen einen Schaden für alle Seiten aus: "Politische Kommunikation findet im Social-Media-Zeitalter im Zeichen eines wachsenden Kontrollverlustes statt. Und das ist im Kern eine schlechte Nachricht. Weil in dem Bemühen, die Rest-Kontrolle zu bewahren, eine neue Verzagtheit und Ängstlichkeit entstanden ist, frei nach dem Motto: bloß keinen Shitstorm riskieren und maximal unangreifbar formulieren!"

Der Auslöser im Social Web

Für Bernhard Pörksen ist das Video "Hillary collapsing" eine Art Brennglas dieser Entwicklungen: Es zeigt die damalige US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton rund 20 Sekunden lang, wie sie am 11. September 2016 einen kurzen Schwächeanfall erleidet. Ein eigentlich kleines Stück Bewegtbild, das sich rasend verbreitet und umgehend in die Weltnachrichten einzieht. Ein kleiner Clip mit großen Folgen.

Pörksen in NDR Kultur: "Diese 20 Sekunden sind ein Zeitdokument, Ausdruck und Folge einer radikal veränderten Medienwelt, die die Politik in neue Druck- und Geschwindigkeitsverhältnisse hineinkatapultiert." 

Sehen Sie selbst: 

 

Erleben Sie Bernhard Pörksen live bei den Medientagen München 2019. Der Tübinger Medienwissenschaftler betritt am 25. Oktober 2019 die Main Stage und spricht über "Die neue Macht der Desinformation". 

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