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Trendthema der #MTM20: Streaming

28. Oktober 2020

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Bewegtbild auf Abruf, überall und jederzeit: Dieses Thema prägt die digitalen MEDIENTAGE MÜNCHEN in besonderem Maße. Forciert durch die vergangenen Corona-Monate mit vielen Couch-Abenden und wenig Alternativen jenseits der eigenen vier Wände, hat Streaming seinen Siegeszug im deutschen Markt rasant fortgesetzt. Die #MTM20 erlauben einen Einblick in die Strategien verschiedener Anbieter.

 

Von Tag 1 der Konferenz an steht Bewegtbild immer wieder im Mittelpunkt der Diskussionen auf der digitalen Plattform der #MTM20. So arbeitet etwa eine Studie der Beratungsfirma Deloitte mit dem Namen „Future of Screens“ vier Szenarien heraus, wie sich eine Welt voller Bildschirmen (inzwischen in zweistelliger Milliardenhöhe) weiter entwickeln könnte.

Das erste Szenario geht von einer weitgehrend unregulierten Medien- und Kommunikationslandschaft aus, in der Bildschirme allgegenwärtig sind und den Alltag der Menschen prägen und regeln. Auch das zweite Szenario, das Deloitte entworfen hat, geht von einer schwachen Regulierung aus. Ein einziger Personal Assistant ersetzt bei dieser Vision alle anderen Bildschirme. Szenario drei geht von einer geringen Anzahl von Endgeräten pro Haushalt aus, mit Hardware von hoher Qualität. Der Medienkonsum steht hier im Vordergrund. Das letzte Szenario sagt eine Vielzahl an Endgeräten voraus, deren vielfältiges Angebot den Nutzer überfordert. Die große Menge an Möglichkeiten zu Information und Unterhaltung führt zum Unwillen der Nutzer, für die Angebote auch zu zahlen. Die Werbewirtschaft profitiert.

 
Wo geht die Finanzierung von Bewegtbild hin?

RTL-Manager Matthias Dang prognostiziert einen weiter existenten Dreiklang aus Abo-, Distributions- und Werbeerlösen; es werde immer ein Mischmodell geben. Er kann sich sogar vorstellen, dass auch Netflix einmal Werbung ausstrahlen werde.

Die Mediabranche indes sieht vor allem durch Smart TV und Connected TV große Veränderungen auf Bewegtbildanbieter zukommen, wie Mediakenner Christof Baron im Rahmen von Connect@MTM betont: „Das TV-Gerät, wie wir es ursprünglich kennen gelernt haben, ist tot. Die Zukunft ist Streaming.“

Apropos Netflix: Mit immer mehr Streaming-Anbietern - Netflix, Amazon Prime, Joyn von ProSiebenSat.1, TVNow aus der RTL-Mediengruppe, Sky Stream, Apple TV oder Disney+ - müssen deutsche TV-Sender konkurrieren, um Zuschauer, um die besten Inhalte. Einige sprechen deshalb sogar von einem „Streaming War“. Den die Anbieter natürlich durch eigene Streaming-Angebote selbst befeuern.

 

Was deutsche Streaming-Anbieter planen

Elke Walthelm etwa, als Executive Vice President Content von Sky Deutschland und Geschäftsführerin von NBC Universal Global Networks Deutschland für die TV-Strategie der Gruppe zuständig, schätzt die Zukunft positiv ein. Sky Cinema setze beispielsweise auf exklusive Partnerschaften mit Hollywood-Studios. Das strategische Herzstück Sky Originals stehe für hochwertige Eigenproduktionen wie beispielsweise „Babylon Berlin“, „Das Boot“, „Der Pass“ oder die neue Horrorserie „Hausen“.

Etwas anders sieht die Strategie bei der Mediengruppe RTL und der Video-on-Demand-Plattform TVNow aus. „Alles, was ein heißes Thema und Mainstream in Deutschland ist, ist ein Thema für uns“, erklärte Dr. Henning Tewes, der als Co-Geschäftsleiter von TVNow dort für die Mediengruppe RTL Deutschland das operative Geschäft leitet. Im Zusammenspiel mit der Bertelsmann Content Alliance könne man Themen über viele Kanäle wie Print, Audio, Digital oder auch TV spielen.

Als Vertreter des „Davids unter den Streamern“ berichtete Henrik Pabst, Chief Content Officer und Geschäftsführer der Seven.One Entertainment Group, über die Plattform Joyn. ProSiebenSat.1 Media startete das Streaming-Angebot vor knapp drei Jahren gemeinsam mit dem Partner Discovery und bündelt dort Inhalte von etwa sechzig Programmanbietern. Ausgewählte Serien, Filme und Shows können über Joyn live via Internet geschaut oder auch gestreamt werden. „Unser Plan mit dem Angebot ist bislang sehr gut aufgegangen“, resümierte Pabst.

Ebenfalls per Video-Call zugeschaltet, berichtete Olivier Jollet, Senior Vice President Emerging Business bei ViacomCBS und Geschäftsführer von Pluto TV Europe, über den „Exoten“ Pluto TV. Der amerikanische Internetfernsehdienst von ViacomCBS ist seit mehr als sechs Jahren auf dem Markt und bietet on Demand Filme, Sport-Shows, Cartoons, Dramen und Comedy-Programme von mehr als 85 linearen TV-Programmanbietern – alles kostenlos und durch Werbung finanziert. „Unsere Vision ist, ein lineares Erlebnis zu schaffen“, erklärte Jollet.

 

Riesenpläne der Mega-Konzerne

Das Streaming befeuert die globalen Medienkonzerne in besonderem Maße. Für Ex-RTL-Chef Gerhard Zeiler, heute Head of International bei WarnerMedia, ragt aus den vielen Umbauten des internationalen Unternehmens heraus, dass mehr nationale Produktionen für die verschiedenen Märkte geplant werden. Ausgerichtet auf das große Ziel "OTT". „Wir gehen global vor", so Zeiler übers Streaming-Business, das der Konzern hinter der Hochglanzmarke HBO als aktuell wichtigste Säule des Business identifiziert hat. Fiktionales wie Non-Fiktionales, versichert der Manager, der zwischen Salzburg und den USA pendelt.

Covid-19 habe alle Trends beschleunigt - unter der Headline: "Consumers rule the world". Der Konsument entscheidet über das Was, Wo, Wie. Daher müssten die Medienkonzerne sich breit aufstellen. Dabei hilfreich: "Daten sind wichtig, um den richtigen Content zur richtigen Zeit zu liefern." Zeiler: "Es gibt so viel Content wie noch nie." Allein in den USA seien 2019 rund 500 Serien produziert worden - etwa fünf Mal so viele wie noch vor zehn Jahren. Parallel dazu ist laut Zeilers Schilderung die Bereitschaft, für Inhalte zu bezahlen, massiv angestiegen. 


Den deutschen Markt beäugt Gerhard Zeiler vorsichtig, äußert sich bei Investments zurückhaltend. Zudem, so räumt er ein, will sich WarnerMedia mit dem separaten Start von HBO Max hierzulande noch Zeit lassen. Aktuell sorgt eine Partnerschaft mit Sky dafür, dass HBO-Inhalte dem deutschen Publikum zugutekommen. 

 

Die Branche gibt sich optimistisch!

Beflügelt zeigen sich auch Produzenten und Inhalte-Lieferanten: Gary Davey, Chief Executive Officer Sky Studios (Foto oben, remote im Gespräch mit Torsten Zarges), spricht bei den MTM20 über die wachsende Nachfrage nach modernen und nachhaltigen Produktionen. Davey beschwört darüber hinaus die zunehmende Bereitschaft des US-Publikums, hochwertige europäische Produktionen anzusehen. Eine Chance für den Standort Europa!


Sie interessieren sich für Themen rund um die Medienbranche? Dann finden Sie hier im Blog der Medientage München noch mehr Lesenswertes.

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