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Streaming: Weg zum Inhalt wird entscheidend

12. Mai 2026

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Der Streaming-Markt verändert sich konstant, weltweit ebenso wie in Deutschland. Und zwar nicht nur bei den Inhalten, sondern vor allem bei den Wegen, wie Menschen sie finden, bezahlen und nutzen. Damit wächst der Druck auf Anbieter, sich über Reichweite, Technik und direkte Kundenbeziehungen zu behaupten. Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen.

 

Der Streaming-Markt bleibt dynamisch. Gerade unter der Oberfläche verschiebt sich einiges: Plattformen suchen neue Wachstumsquellen, lineares Fernsehen bleibt immer noch relevant und bei der Auffindbarkeit von Inhalten wird es für Nutzende eher komplizierter als einfacher.

Ein spannender Baustein in dieser Entwicklung sind YouTubes Primetime-Channels, seit 2023 auch im deutschen Markt vertreten. Das Modell ist im Kern ein Marktplatz für Streaming-Abos direkt in die Google-Video-Plattform hinein. Das ist bequem fürs Publikum: Sie erreichen das Gewünschte ohne App-Wechsel, ohne neues Login und ohne zusätzlichen Suchaufwand. So viel User-Freundlichkeit bleibt strategisch nicht ganz ohne Risiko für die Anbieter, weil sie einen Teil der Kundenbeziehung an YouTube abgeben.

Eine Zwischenbilanz legt offen: Weltweit bleibt das Angebot noch stark unterschiedlich ausgebaut. In den USA ist die Auswahl mit 47 Abos am größten. Deutschland kommt mit einem größtenteils lokalen Angebot kleinerer Marken wie ARD Plus oder ProSieben FUN auf 19 Marken. Frankreich zählt in den Primetime-Channels neun landesspezifische Angebote, Nischenkanäle mit klarer Zielgruppe, die beim Streaming-Publikum beliebt sind und auch das Wachstum von linearen Sparten-Streams unter dem Label FAST erklären.

Auch wenn das Google-Produkt international vertreten ist, hat es noch längst nicht überall dieselbe Bedeutung. Das könnte sich schnell ändern, zumal YouTube inzwischen weltweit auf eine riesige Nutzung auf dem großen Bildschirm verweisen kann. Die Einstiegshürde ist für Zuschauende dagegen niedrig. Streaming-Expertin Marion Ranchet beobachtet die Entwicklung bei YouTube mit Spannung.

 

Große Auswahl, wenig Treue

Mit jedem neuen Angebot in der großen und bunten Streaming-Welt wird die Qual der Wahl des Fans vor dem Screen größer. Je mehr Plattformen entstehen, desto wichtiger wird auch die Frage: Wo finde ich überhaupt noch schnell den passenden Inhalt?

Hier hilft unter anderem die Streaming-Suchmaschine JustWatch. Aktuelle Nutzungsdaten zeigen, was Menschen tatsächlich suchen, auf ihre Watchlist setzen und streamen. Die April-Charts liegen vor (Quelle: Unternehmen): 

 

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Bemerkenswert ist dabei nicht nur der einzelne Titel, sondern vor allem das Streuen von Inhalten und Formaten über mehrere Plattformen hinweg. Denn das Publikum schaut längst nicht mehr nur bei einem Anbieter, Markentreue kann am Monatsende schon wieder vorbei sein. User springen zwischen Diensten, je nach Inhalt, Marke und Verfügbarkeit. 

 

Joyn wächst, RTL+ wird profitabel und partnert im Handel

Neben den internationalen Plattformen gibt es im deutschen Markt weiterhin lokale Dienste, die bei Reichweite und Nutzung zulegen können. User schätzen offensichtlich die deutschen Produktionen auf diesen Plattformen.

Das ProSiebenSat.1-Angebot Joyn etwa meldet gerade dieses Jahr starkes Wachstum. Im Januar 2026 lag die Nettoreichweite bei 10,3 Millionen und damit zum vierten Mal in Folge über der 10-Millionen-Marke. Bis April setzte sich der Trend fort und das Team kann nun den „erfolgreichsten Monat aller Zeiten“ verkünden: mit 12,5 Millionen Zuschauer:innen (kumulierte Nettoreichweite Z ab 3).

Ein weiterer spannender Schritt kommt aktuell von RTL Deutschland und Edeka. Beide Unternehmen starten eine Art Streaming-Partnerschaft. Das Bonuskarten-Prinzip kommt dabei zum Einsatz; Einkauf und Streaming werden miteinander verknüpft. Wer an der Kasse die Edeka-App nutzt, kann RTL+ Basic zunächst kostenlos testen und danach vergünstigt weiternutzen. Fest steht, dass die Kölner Medienfamilie bei Streaming noch eins drauflegen wird, zumal das Segment gerade den Umsatz bei rückläufigen Werbeerlösen aus TV zu stabilisieren vermag und im ersten Quartal erstmals "profitabel" gewesen ist. 

Solche Modelle zeigen, wohin sich der Markt bewegt: Streaming wird nicht nur im eigenen Ökosystem verkauft, es wandert in Partnerwelten hinein. Altbekannte Kundenbindungs-Programme liefern (siehe RTL+) neue digitale Kontaktpunkte.

 

ZDF verschiebt weiter ins Digitale

Kein Wunder, dass beim Hang der Zuschauenden hin zum Stream die bisherige TV-Landschaft reagieren muss. Auch das ZDF reagiert und schichtet gerade weitere 50 Millionen Euro aus dem Linearen in den Digitalbereich um.

Ein klares Signal.: Mediatheken, Apps und digitale Reichweite werden immer wichtiger, analog zum Nutzungsverhalten. Menschen erwarten heute mehr Flexibilität. Sie wollen Inhalte abrufen, wenn sie Zeit haben und nicht dann, wenn ein Programmplan es vorsieht. Der fixe 20-Uhr-Termin der „Tagesschau“, der über Jahrzehnte in vielen Haushalten den TV-Abend eröffnete, verliert mit dem Mehr an Streaming und Komfort an Bedeutung.

Während Nutzende vor allem Inhalte leicht finden und sehen wollen, wird im Hintergrund über Technik und Standards gestritten, die die bestmögliche User Experience garantieren. Ein aktueller Rechtsstreit zwischen Huawei und RTL zeigt genau das. Das klingt erstmal technisch, ist aber wirtschaftlich hochrelevant. Denn Streaming funktioniert nur dann stabil und skalierbar, wenn die zugrunde liegenden Standards gesichert sind. Wer an diesen Patentrechten mitverdient oder sie kontrolliert, hat Einfluss auf den gesamten Markt. Streaming ist auch ein Infrastrukturgeschäft.

 

Der Markt sortiert sich neu

Unterm Strich zeigt sich ein klarer Trend: Streaming wächst nicht einfach weiter in die Breite; es sortiert sich neu. Ohnehin schon dominante Plattformen wie YouTube versuchen, den Zugang zu vereinfachen. Anbieter wie das ZDF investieren stärker in digitale Nutzung. Kommerzielle deutsche Absender entdecken das Prinzip der Kundenbindungs-Programme. Die JustWatch-Daten machen sichtbar, wie zersplittert die tatsächliche Nachfrage ist.

Der Orientierungskampf des Publikums setzt die Anbieter zunehmend unter Druck. Wer gefunden werden will, braucht neben guten Inhalten Sichtbarkeit, einfache Zugänge und eine klare Rolle im Plattformökosystem.

Der Weg zum Programm wird der entscheidende Faktor.

 


Auch wenn die MTM als Konferenz bis zum 21. Oktober 2026 pausieren: Wir bleiben präsent! Die Zusammenfassungen wichtiger Panel-Diskussionen sowie Bildmaterial der 39. MEDIENTAGE MÜNCHEN stehen im Info-Bereich der MEDIENTAGE-Homepage und auch im MTM-Blog bereit. Bilder für den Download (Quelle: Medien.Bayern GmbH/MEDIENTAGE MÜNCHEN) sind in der Mediathek zu finden.


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